Deutsch English

WELTPREMIERE:

halle_dok02a_th

Mittwoch, 26. Oktober 2011
Kino Lux am Zoo
20:15 Uhr

Kann die Geburtsstadt des Barockkomponisten Georg Friedrich Händel von ihrem immensen kulturellen Erbe profitieren und Fehler der Vergangenheit vergessen machen? In seinem für ein internationales Publikum bestimmten Dokumentarfilm zeigt Filmemacher Troy J. S. Goffin, wie Städte ihre Identität neu definieren und so in der Gegenwart erfolgreich bestehen.

In Halle: Handels Stadt an der Saale (2011, Infinnitor Films, 70 Minuten) schickt Filmemacher Troy Goffin die Zuschauer auf eine cineastische Odyssee durch die bunte Historie der Stadt Halle, einst führender Salzproduzent der Region, heute ein Ort, der sich neu positionieren muss.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, sind Städte auf der ganzen Welt regelmäßig gezwungen, sich neu zu definieren und die bestehenden Ressourcen besser zu koordinieren, Die gesellschaftlichen Umbrüche der jüngeren Vergangenheit beweisen, dass Errungenschaften der Vergangenheit nicht unbedingt eine erfolgreiche Zukunft garantieren.

Der Film ist deshalb besonders interessant für führende Mitarbeiter in den Rathäusern sowie engagierte und interessierte Einwohner von Städten wie Halle, die eine Vielfalt an kulturellen Traditionen vorweisen können. Die Querverbindungen, die der Film knüpft, beispielsweise zwischen Georg Friedrich Händel und Halles französischen Immigranten, werden viele Zuschauer überraschen.

  • Wie kann Halle behaupten, Die Händelstadt zu sein, wo Händel doch auch in Rom, Hamburg und London weilte?
  • Eine uralte Gilde von Salzarbeitern, bekannt als die Halloren, und ihre vielen Traditionen, aus denen die Stadt weiterhin erfolgreich Kapital schlägt.
  • Das hallesche Vermächtnis August Hermann Franckes, bekannter Vertreter des Pietismus und Zeitgenosse Händels, und was dies für die Zukunft der Stadt bedeutet.

Ein höchst kontroverses Thema in Goffins Film ist der diskutierte Abriss einer zu DDR-Zeiten gebauten Hochstraße, damit die Franckeschen Stiftungen den Titel UNESCO-Weltkulturerbe erhalten. Unzählige Städte weltweit müssen beim Umgang mit ihrem kulturellen Erbe eine ähnlich schwere Wahl treffen, die für ihre Zukunft entscheidend sein kann.

Animationen heben wichtige Passagen hervor. Statische Kopf- und Schulteraufnahmen der Interviewpartner, wie sie nur zu allzu typisch für dieses Genre sind, gibt es nicht. Das ausgewählte Archivmaterial erweckt den Film, einen eher untypischen Dokumentarfilm, zum Leben.

Nach der Premiere in Oktober 2011 wird der Film bei internationalen Festivals eingereicht.